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Iskender

Dieses Gericht ist nur in Abwandlungen nach Europa gelangt, sein Ausgangspunkt ist sicherlich aber der Spindelgrill. Derartiges sollte man allerdings denen überlassen, die über entsprechende Vorrichtungen verfügen. Vom Prinzip her: Kalbfleisch wird scheibenweise (manchmal auch mit Lammfleisch vermischt) auf den Grillspieß aufgebracht. Wenn eine Außenschicht knusprig ist, wird sie mit einem scharfen Messer abgetrennt und mit Pide und/oder Salat gereicht.

Nun ist Iskender vielschichtiger. Wer allerdings - wie auch ich - über keinen Spindelgrill verfügt, sollte sich des Gerichtes auf anderem Wege nähern (*Hinweis: Muhsin-Fleisch - an anderer Stelle).

Benötigt werden:

vier Rinderrouladen
ein Fladenbrot (Pide) ggf. auch mehr
eine Dose Pizzatomaten
zwei Becher Yoghurt
150 g Butter
Salz und Pfeffer

Die Rinderrouladen werden entweder mit Holzspießchen oder mit Garn fixiert, nachdem sie lediglich auf beiden Seiten mit Salz und Pfeffer gewürzt wurden. In einen flachen Topf mit heißer Butter geben, stark anbraten, dann aber sofort die Hitze zurücknehmen, so daß die Rouladen im eigenen Sud köcheln. Sollte der nicht ausreichen, im Verlaufe einer Kochzeit von 60 bis 80 Minuten gelegentlich etwas Wasser zugeben. Rouladen mehrfach wenden. Wichtig: Am Schluß sollte alles Wasser verdunstet sein, so daß das Fleisch noch wenige Minuten in dem im Topf verbliebenen Fett gebraten wird - natürlich auch auf ganz kleiner Flamme. Fleisch danach im Topf beiseite stellen.

Während das Fleisch kocht, kann parallel eine Tomatensauce, bestehend aus dem Inhalt der Pizza-Tomaten-Dose, ggf. frischen Tomaten und einige Gewürzen (es reichen aber Pfeffer und Salz) entstehen. Im Originalrezept würden gestückelte Tomaten in eine Pfanne mit Öl gegeben und ausgebacken. Angesichts der sich daraus resultierenden Fettmengen ist jedoch davon abzusehen. Also: Tomaten mit Pfeffer und Salz etwa genauso lange köcheln lassen wie das Fleisch.

Die Yoghurt mit in Salz gequetschtem Knoblauch vermischen, verrühren und kalt stellen.

Zwischenzeitlich das Fladenbrot in zwei Zentimeter große Stücke schneiden. In eine feuerfeste Schüssel (Auflaufform) geben. Etwa 50 g Butter schmelzen, über das Brot geben und die so behandelten Pidestücke für etwa fünf Minuten in den vorgeheizten Backofen geben, wenn Fleisch und Sauce soweit sind. Restliche Butter auf ganz kleiner Flamme schmelzen lassen.

Jetzt heißt es zügig arbeiten: Rouladen aus dem Topf nehmen, auf einem Brett so in Scheiben schneiden, daß ringförmige Gebilde dabei herauskommen. Nochmals zum Warmhalten in den Topf zurückgeben. Das heiße geröstete Brot aus dem Ofen nehmen, portionieren und auf die Teller verteilen. Fleisch portionieren und auf das Brot geben. Tomatensauce auf das Fleisch geben. Ein bis zwei Löffel Yoghurtsauce auf dem Gericht verteilen und - die restliche, mittlerweile braun gewordene zerlassene Butter (etwa wie beim Spargel) jetzt noch einmal über das gesamte Gericht geben. Es schmeckt umwerfend, ist aber sagenhaft kalorienhaltig. Die Erfahrung zeigte aber, daß Joghurt und Brot mit all dem Fett gut fertig werden. Ein starker Schnaps (Raki) wäre nicht schlecht.